Der Weltfrauentag im MoMa

Guck mal an, dachte sich der Blogbetreiber, als er gestern morgen das Morgenmagazin von ARD und ZDF einschaltete. Da ist heute also Weltfrauentag. Erzählte mir das Moma.

Dann kamen die Nachrichten, gefolgt vom Wetter mit Donald. Aber kurz vor dem Wetter gab es noch einen kleinen Werbespot – schließlich verdienen die armen Öffentlich-Rechtlichen ja kaum Geld, da müssen die uns zwangsläufig schon am frühen Morgen mit bekloppter Werbung nerven.

Im besagten Werbespot wirbt so eine Art von Auto-Windschutzscheiben-Reparatur-Firma für sich. Glaub ich jedenfalls. Den Namen konnte ich mir nicht merken. Offenbar hat die Werbung bei mir nicht funktioniert.

Folgendes Szenario passiert in dem kurzen Spot. Mann geht zum Auto. Klopft seine Taschen ab. Hat offenbar Autoschlüssel vergessen. Aus dem Haus kommt eine (vermutlich seine) Frau und wirft Mann die Autoschlüssel zu. Schlüssel landen auf Windschutzscheibe, machen Loch rein. Mann zuckt nur lächelnd mit den Schultern, was wohl bedeuten soll „Ist nicht schlimm, gibt ja die eine Auto-Windschutzscheiben-Reparatur-Firma“.

Passt ganz gut zum Weltfrauentag: Eine Frau ist dazu da, dem Mann den Arsch hinterher zu tragen. Und so modern, wie die Welt immer tut, ist sie nicht: Wir haben hier immer noch die gute alte Rollenverteilung: Mann fährt morgens mit dem Auto zur Arbeit, Frau bleibt zuhause.

Aber am besten finde ich, dass Frauen halt obendrein auch noch zu doof zum Werfen sind. Hehe. Typisch Frau. Zu blöd, jemandem aus 3 Metern Entfernung was zuzuwerfen. Und die Frau macht auch noch so ein „Ups, entschuldige, Schatzi!“-Gesicht, als die Schlüssel in die Windschutzscheibe einschlagen. Warum eigentlich? Ihr Oller hätte sich ja vielleicht auch mal die Mühe machen können zu versuchen, die Schlüssel zu fangen!

Ich bin kein Experte bezüglich der Stabilität von modernen Windschutzscheiben, aber können Autoschlüssel bei so einem Wurf wirklich so ein Loch da reinhauen?

Wie auch immer: Danke, MoMa, das war lustig! Verkündest den Weltfrauentag und zeigst dann so eine sackdämliche, chauvinistische Werbung. Aber unfreiwillige Komik ist halt auch Komik.

Yay! Es ist wieder Karaoke-Time! Don’t You Want Me!

Unser „Tastengott“ Synthesaurus (Ungläubige nennen ihn ja eher „Zweifingerkünstler“ oder auch „Knöpfchendrücker“) hat mal wieder einen Party-Knaller der 80er Jahre zu einem Karaoke-Video verwustelt, nämlich Don’t You Want Me von The Human League 1981. Diesmal hat der Text sogar eine exakte Timing-Anzeige! Danke, O Mächtiger Synthesaurus!

MASSSCHNEIDEREI

Das ist der Name eines Einzelhandelsgeschäfts, an dem der Blogbetreiber jeden Tag vorbeifährt. Diese über dem Eingang besagten Geschäftes in Gestalt elegant geschwungener Neon-Röhren hängenden Buchstaben wollen wir jetzt mal einer sprachpolizeilichen Betrachtung unterziehen. Wir ignorieren hier jetzt einfach mal die Tatsache der Folge dreier identischer Buchstaben (SSS). Das mag der ein oder andere unschön finden, aber das hat nun mal irgendsoeine hilflose Rechtschreib-Kommission irgendwann so beschlossen, watt willse machen. Das stört mich auch nicht sonderlich. Das ist halt nur bekloppt.

Ziel dieser Betrachtung ist vielmehr der Nachweis, dass die derzeit für den bundesdeutschen Sprachraum festgelegten Sprachregeln Paradoxien erzeugt, mit anderen Worten, unzuverlässiger sind als ne Cracknutte. Oder, mit noch anderen Worten: Egal, wie man es macht – es ist verkehrt.

Wie in der Überschrift des Beitrags bereits angedeutet, werden im vorliegenden Fall Majuskeln verwendet, also Großbuchstaben. Wäre das nicht der Fall, würde das Wort so geschrieben werden und lauten:

Maßschneiderei

Gemäß derzeit geltender deutscher Sprachregeln gibt es aber in der Majuskel-Typografie kein Ess-Zett. Daher ist die Schreibweise „MASSSCHNEIDEREI“ korrekt. „MAßSCHNEIDEREI“ wäre laut Regeln, die vor ein paar hundert Jahren festgelegt wurden, und um die sich besagte Rechtschreib-Kommission nicht die Bohne gekümmert hat, nicht erlaubt.

Und jetzt nehmen wir mal die deutschen Ausspracheregeln her. Die besagen nämlich, dass wenn auf ein Vokal ein Doppelkonsonant innerhalb derselben Silbe folgt, wird der Vokal kurz gesprochen, wie in „Masse“. Was wiederum zu einer falschen Aussprache des Wortes MASSSCHNEIDEREI führt, denn korrekt wäre die Aussprache der Silbe „MASS“ mit langem A wie in „Hase“.

Fazit: Man hat eigentlich eh keine Chance. Egal, wie man es macht, es ist sowieso falsch. Und an dieser Grenze ist „korrekte Sprache“ keine Frage der Regelkonfomität mehr, sondern Ansichtssache. Meinung. Individuelle Auslegung. Und ich in meiner Naivität dachte, dass die letzte *räusper* „Rechtschreibreform“ dazu da gewesen wäre, die Regeln klarer zu formulieren, damit man sich nicht immer über die Auslegung zanken muss. Aber angesichts solcher und ähnlicher Missstände gibt es letztenendes ja immer den Weg der schulterzuckenden Resignation, gell?

Alien Covenant und unsere Meinung in Bildern

Das folgende Video ist in Englischer Sprache zwar, aber ich kann mir gut vorstellen, dass Sie das Video selbst dann verstehen würden, wenn der Text darin in Kanton-Arabisch wäre.

share the pain away

Nach 7 Jahren kann man ruhig mal seinen Blog-Claim updaten. Bisher lautete dieser

Kommunikation ist ’ne Bitch

Obwohl dieser Claim sehr schön das zugrundeliegende Thema des CommuCon zusammenfasste (nämlich Kommunikation in all ihren Ausprägungen, und dass die manchmal nicht klappt), sagt der neue Claim viel mehr darüber aus, WARUM dieses Blog existiert. Inspiriert wurde der neue Claim von diesem Song (der nicht sonderlich jugendfrei, aber dafür Soundtrack eines Oscar-gekrönten Films ist, nämlich Lost in Translation). Im Wesentlichen bedeutet der neue Claim nix anderes als „geteiltes Leid ist halbes Leid“.