LA TRAVTATA!

Hier, Schatz! Ich hab uns Karten besorgt für

LA TRAVTATA!

 

oder vielleicht heißt’s auch LA TRAVJATA. Auf jeden Fall: Danke, Grahic Designers! Spitzenjob!

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Filmtipp: Erinnert sich noch wer an Fraktus?

Der Blogbetreiber wird ja nicht müde, seine Abneigung gegen dieses ganze 80er-Nostalgie-Geschwurbel im Internet zum Ausdruck zu bringen. Hört endlich auf, so zu tun, als wäre das Hingerenne zur Videothek oder Telefonapparate von der Deutschen Post was Tolles gewesen!!

Von der Musik und deren Darreichungsformen gar nicht erst zu reden! Zerkratzte Vinylscheiben, die an der Heizung zerflossen, die Maxell-Musikcasetten lösten sich in Bandsalat auf, und während in jedem anderen Land Europas eine Version von Top-of-the-Pops lief, kam spätnachts in der ARD der grauenhafte Musikladen, in dem per billigster Videotechnik albern hüpfende Stripperinnen in ernsthafte Performances von Musiklegenden reinkopiert wurden, vermutlich ohne deren Kenntnis oder Einvernahme.

Und jetzt mal ernsthaft: „Da Da Da“? „Der Knutschfleck“?? „G-g-g-g-geil“??? Fuck you, 80er! Aber an eine Band erinnert sich der Blogbetreiber gerne: Fraktus. Das Synthie-Trio aus Brunsbüttel hatte zwar nie einen richtigen Chart-Hit, war aber im Underground der deutschen 80er Jahre höchst angesehen. Leute wie Stefan Remmler, Blixa Bargeld, Dieter Meier, HP Baxter und Jan Delay geben heute unumwunden zu, wie sehr ihre eigenes Öwre von Fraktus beeinflusst wurde.

 

Der 16-jährige Blogbetreiber hat sich im Partykeller damals den Arsch abgezappelt nach Fraktus. Wer seinerzeit Fraktus nicht kannte (oder mochte), war uncool und hatte keine Chance, in unsere Klicke zu kommen. Heute ist es verdammt schwer, noch irgendwie an die Original-Platten zu kommen. In meinen Augen war Fraktus ähnlich wegweisend für die deutsche Elektro-Szene wie Kraftwerk oder Tangerine Dream. Mehr noch: Fraktus war nicht so steif und schnarchig wie die genannten Synthie-Herren. Unser Blogmusiker Synthesaurus ist da mit mir einer Meinung.

Und wenn man es mal ganz genau betrachtet, haben HP Baxter und Blixa Bargeld Recht, wenn sie sagen, Fraktus habe im Alleingang den Techno erfunden. Auch den gelben Smiley, der als Markenzeichen der Acid-Bewegung entstand, stammt ursprünglich von Fraktus. Wenn Sie, werte Besuchperson, zu jenen gehören, die damals nicht das Glück hatten, von Fraktus Kenntnis zu erhalten: Da haben Sie was verpasst.

Schauen Sie sich die 2012 erschienene Doku Fraktus an. Lief schon öfter auf Arte, können Sie aber auch für wenig Geld bei den Amazonen bestellen. Viel Spaß beim Nostalgie-Geschwelge!

Die mächtige Blogbetreiber-Faust

So, verehrte Besuchperson, lassen Sie mich mal was klarstellen. Der Blogbetreiber hat in jungen Jahren Boxsport betrieben. Das ist ausnahmsweise mal kein Witz. Beinarbeit, mit dem ganzen Oberkörper in den Schlag, und wenn der Gegner nach unten gehen und da bleiben soll, so zuschlagen, dass das Gehirn im Kopf mächtig herumtiltet.

Warum erzähle ich Ihnen das?

Es gibt Situationen, an denen Beteiligte beteiligt sind, die keine Ahnung davon haben, wie kurz davor sie waren, meine Faust aus reinem Notwehr-Reflex in ihre Knabberleiste zu kriegen. Entschuldigen Sie die martialische Ausdrucksweise, aber Sie werden das gleich verstehen. Es geht um eine Alltagssituation, die ich jetzt schon öfters erlebt habe, das letzte Mal gerade eben auf dem Heimweg.

Abenddämmerung. Sie gehen eine einsame, spärlich beleuchtete Straße in einer nicht ganz verbrechensfreien Gegend entlang. Sie hören Schritte hinter sich. Das Tempo der Schritte lässt darauf schließen, dass die Person sehr schnell geht – sie wird Sie gleich eingeholt haben. Sicher nur ein harmloser Passant, der es eilig hat, denken Sie.

Und als die Person ganz nah ist, quasi direkt hinter Ihnen, hören Sie einen Reißverschluss aufgehen – die Person holt offenbar etwas aus ihrer Jacke. Eine Sekunde später brüllt Ihnen die Person direkt ins Ohr

„HAAALLOOO!!!“

Und da erwartet man ernsthaft von mir, dass ich nicht gleich präventiv die mächtige Kein-Gras-mehr-Faust sausen lasse? Die Sache ist die: Der Mitbürger hatte nur sein Handy rausgeholt, und genau in dem Moment, in dem er dicht an mir vorbeiging, „Hallo“ in sein Telefon geschrien. Was für eine sackdämliche, geistig benachteiligte Ultra-Arschgeige.

Meine Bitte an Sie, werte Mitbürger: Tun Sie das nicht. Bleiben Sie lieber stehen, wenn Ihr Handy läutet. Oder warten Sie mit dem Drangehen, bis Sie fertig sind mit dem An-Mir-Vorbeigehen. Denn ich gebe Ihnen die CommuCon-Blog-Garantie: Dem Nächsten, der das mit mir macht, hau ich aufs Maul bis zum Morgengrauen. Und ich will vermeiden, dass Sie das sind. Weil Sie möglicherweise hinterher meinen Blog nicht mehr besuchen wollen.

Siebtlingsgeburt – die endlosen Fehlstarter

Heinz „Indy“ Siebtlingsgeburt III., Frontman der Greifswalder Hochzeitscombo Siebtlingsgeburt macht zu Beginn unseres Treffens im Theatercafe Greifswald einen freundlichen und bescheidenen Eindruck. Tatsächlich wirkt der 59-jährige ein wenig fröhlich-naiv. Darauf angesprochen, erklärt er mir, das täusche: In Wahrheit sei er „nur naiv“.

Mitgebracht hat Siebtlingsgeburt seinen Band-Bassisten und alten Freund Thomas Halbrecht, sowie Band-Hund Vamos. Beide (die Personen) wirken äußerlich wie in die Jahre gekommene Roadies: Lederwesten, stone-washed Jeans und Band-T-Shirts, die die Plautze eher noch betonen als verbergen. Halbrecht verströmt eine dezente Note von Davidoff Cool Water und trägt einen 90er-Jahre-Goatie. Beide benutzen offensichtlich schwarze Haartönung aus dem Discounter, um das Grau ihrer Häupter zu verbergen. Vamos ist ein finnischer Hütehund, allerdings, so Siebtlingsgeburt, ein „sehr fauler“. Siebtlingsgeburt trägt seinen Hund zu Beginn des Treffens ins Cafe und legt ihn unter den Tisch. Dort liegt Vamos während des ganzen Interviews. Am Schluss hebt ihn Siebtlingsgeburt wieder auf und trägt ihn ins Auto. Im Nachhinein betrachtet bin ich mir nicht sicher, ob Vamos nicht ausgestopft war.

Höhen und Tiefen

Als die größten Einflüsse seiner Kapelle nennt uns Siebtlingsgeburt die 80er-Jahre-Elektropopper Fraktus, die britische Schwermetaller Spinal Tap, sowie Milli Vanilli. Angefangen haben Siebtlingsgeburt in den 1970er Jahren, als sie sich zum Proben im elterlichen Gartenhäuschen trafen. Inzwischen hat Siebtlingsgeburt das Haus geerbt und bemerkt nicht ohne Stolz, dass die Band heute immer noch im Gartenhäuschen probt, „… nur heute mit WLAN!“ fügt er lachend hinzu.

Wir kommen auf die Höhen und Tiefen der Gartenhaus-Rocker zu sprechen. Nach kurzer Beratung einigen sich der Band-Namensgeber und sein Bassgitarrenspieler darauf, was beide als den absoluten Tiefpunkt der Band betrachten: „Eigentlich gab es nie einen Tiefpunkt. Es ist eher eine Tief-Linie, eine dauerhafte Durst-Strecke, und sie ist noch lange nicht zu Ende“, erklärt uns Siebtlingsgeburt. Halbrecht ergänzt: „Wir sind wahrscheinlich die einzige Hochzeitsband der Welt, die noch nie auf einer Hochzeit spielen durfte, nicht mal auf unseren eigenen.“

Bei der Frage nach den Höhepunkten scheinen die Herren schon etwas länger überlegen zu müssen. Schließlich erzählt Siebtlingsgeburt: „Im September 1986 machten wir gemeinsam Camping-Urlaub in Schweden. Irgendwo bei Kronoberg fuhren wir, high und blau, über eine matschige, kurvige Straße, als uns plötzlich dieser riesige Bus entgegenkam. Der Bus versuchte auszuweichen, kam von der Straße ab und überschlug sich. Aber wir kamen nochmal mit dem Schrecken davon. Später erfuhren wir, dass das der Tour-Bus von Metallica war! So nah waren wir noch nie an Weltstars dran gewesen!“ An dieser Stelle erwäge ich für einen Moment, die beiden darüber aufzuklären, dass bei diesem Unfall Metallica-Bassist Cliff Burton umkam, aber dann will ich ihnen doch nicht die Freude über diesen Lebens-Höhepunkt nehmen, der der einzige seiner Art zu sein scheint.

Was vom Tage übrig blieb

Zum Abschluss noch die Frage nach der Bedeutung der Band Siebtlingsgeburt für die deutsche Musikszene: Wohin geht die musikalische Reise? „Deswegen haben wir Dich ja überhaupt angerufen für dieses Interview“, entgegnet Siebtlingsgeburt. „Wir wollten nur sagen, wir sind jetzt auf Youtube. Das wär ganz spitze, wenn du das schreiben würdest!“ Also, hier, machen Sie sich selbst ein Bild von den musikalischen Siebenschläfern namens Siebtlingsgeburt: https://www.youtube.com/channel/UCOmjT9IEU7iqcD_h5Cex0sA

Zeitreise mit Google Street View

Der Blogbetreiber ist gerne auf Google Street View unterwegs, vor allem in weit entfernten Orten, weil es fast immer interessante Details in den Bildern zu entdecken gibt. Und so manches Street-View-Bild, von exotischen Inseln, historischen Stätten, ungewöhnlichen Bauwerken oder Meeresblicken sind es wert, eingerahmt und an die Wand gehängt zu werden. Aber Street View eignet sich nicht nur für die virtuelle Weltreise, sondern auch für die lokale Zeitreise. Dank Deutschlands fleißiger Datenschützer hat Google nämlich keinen Bock mehr, die deutschen Street-View-Bilder zu aktualisieren. Was ein schönes Beispiel dafür ist, wie miserabel unsere „Datenschützer“ ihre Arbeit machen: Datenschutz um jeden Preis, selbst wenn es auf Kosten des Fortschritts geht. Das merke ich regelmäßig am eigenen Leib.

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber jedesmal, wenn ich wohin muss, wo ich vorher noch nie war, guck ich mir die Gegend und die Straßenverläufe auf Street View an. Das hilft unheimlich bei der Planung von z.B. Geschäftsterminen: Ah, hier ist der Haupteingang des riesigen Bürokomplexes, hier ist der Parkplatz und hier die nächste Bäckerei, wo ich vor dem Termin noch schnell frühstücken kann.

Gucken Sie sich mal Ihren Ort auf Street View an!

Inzwischen kommt es jedoch oft genug vor, dass ich vor Gebäuden oder Geschäften stehe, die es schon längst nicht mehr gibt, weil die Street-View-Bilder schon 10 Jahre alt sind. Ich hatte ja schon mal erzählt, dass es vor ca. 10 Jahren noch ein echtes Fischgeschäft in meinem Kaff gab. Das Fischgeschäft ist auf Street View immer noch zu sehen. Dort ist die Zeit buchstäblich stehen geblieben. Das ist zwar für den Alltag nicht sonderlich nützlich, aber äußerst unterhaltsam. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass dieser ganze Beitrag anonymisiert und fast alle Namen geändert sind, bzw. der Name meines Dorfes nicht genannt wird. Ich habe ein Recht auf Datenschutz. Gucken Sie sich Ihren Ort trotzdem mal an auf Street View!

Aus den Augen, aus dem Sinn

Geht Ihnen das auch so? Gegenüber ist seit 2 Jahren eine Apotheke. Was war da vorher? Oder die Straße runter, da hat vor 3 Jahren eine Kik-Filliale eröffnet. Ich kann mich nie daran erinnern, was da vorher war. Deshalb mache ich jetzt mal einen kleinen Rundgang durch mein Dorf von vor 10 Jahren. Was nur möglich ist mit den dank unserer Datenschützer niemals aktualisierten Street-View-Bildern!

Zunächst mal fällt auf: Fast sämtliche traditionellen Bierstuben sind verschwunden. Ich zähle auf Street View in meinem Ort 12. Inzwischen sinds nur noch 2. Zugegebenermaßen vermisse ich davon keine sonderlich, aber es fällt halt auf. Hier, in der einen Seitenstraße versteckt, der Block mit „Sozialbauten“, zumindest sieht er so aus, den gibts auch nicht mehr. Längst abgerissen und ersetzt mit gehobenen Eigentumswohnungen. Wo die Leute wohl hin sind, die da vorher gewohnt haben?

Da drüben, die Metzgerei Schmidt. Da war immer alles frisch. Und im Vergleich zum Supermarkt gar nicht mal so viel teurer. Schon ein bisschen, aber dafür viel viel leckerer, und man wusste, das Fleisch stammte aus der Umgebung, von (den Umständen entsprechend) glücklichen Schweinen, Hühnern und Rindern. Hat auch schon vor Jahren dicht gemacht. Seitdem sind dort schon mehrere „Sportwetten-Bars“ eröffnet und wieder geschlossen worden.

Konditorei Oswald, Trudi’s Modelädchen, das Kaiser-Eck

Ersetzt durch Back-Discount, Kik-Filiale und Kiosk. Und an der nächsten Ecke eine Lokalität, wo die Millenials von heute wahrscheinlich fragen würden: „Was ist DAS denn??“ Ich rede von unserer Dorf-Videothek. Mit Postern im Schaufenster von Ratatouille und Harry Potter und der Orden des Phönix. Meine Fresse, ist das schon 10 Jahre her? Ich biege auf die Hauptstraße ein. KFZ-Meisterbetrieb Bernhard: weg. Kennen Sie noch die Drogerie-Kette Schlecker? Auch weg vom Fenster. Einst betrieb der gute alte Stavros eine Gyros-Bude und ein gutes griechisches Lokal auf der Hauptstraße. Beide inzwischen geschlossen und vergessen.

Markensupermarkt: ersetzt durch Lebensmittel-Discounter. Der Markensupermarkt hatte übrigens auch eine Frischfleischtheke. Es gibt inzwischen im ganzen Ort kein Frischfleisch mehr zu kaufen. Tierbedarfshandlung, besagtes Fischgeschäft, und, oh mein Gott! Wo ich’s wieder sehe! Es gab mal einen Laden für Handwerks- und Bastel-Bedarf! Da hat man alles bekommen, wofür man heute zum Baumarkt fahren muss. Und gegenüber der Computerladen, daneben das Elektro-Geschäft.

Ich könnte jetzt hier ewig weiterjammern darüber, dass früher alles besser war. Was es nicht war. Jedenfalls nicht alles. Dass ich vor zehn Jahren Frischfleisch, Schrauben, USB-Sticks, Glühbirnen, Torten und Gyros Pita bei mir um die Ecke kaufen konnte, war auf jeden Fall besser. Heute muss ich für jedes Audiokabel 5 Kilomenter weit ins Einkaufszentrum fahren, oder 3 Tage bei Amazon drauf warten.

Aber das soll ja eigentlich gar nicht das Thema dieses Beitrags sein. Ich wollte eigentlich nur sagen: Wenn Sie die Gelegenheit haben, schauen Sie sich Ihren Wohnort mal auf Street View an, das kann ganz spannend sein.