Ghostbusters: „Mutter, da brennt die M*“

Schöne Grüße aus dem Urlaub wünscht der Blogbetreiber! Kürzlich lief Ghostbusters (1984) im Privat-TV. Da schaute ich mir den nochmal an, um zu sehen, an was sich die aktuelle Version messen muss. Da wurde mir klar, dass ich dazu als Deutscher kaum eine Chance hab, denn es gibt einen Satz in der deutschen Fassung von Ghostbusters (1984), der so niveaulos ist, dass sich jegliche Diskussion, ob der neue Ghostbusters-Film besser ist, völlig erübrigt. Denn so miserabel der neue Ghostbusters auch sein mag, und so niedrig das Niveau der „Witze“ auch sein mag („it went in every crack“), es unterbietet nicht die deutsche Synchro von Ghostbusters (1984).

Da drängt sich mir, wie bei der Simpsons-Synchro, wieder mal die Frage auf: Welches besoffene Arschloch, dessen JOB es war, für die deutsche Übersetzung dieses Filmklassikers zu sorgen, hat DAS zu verantworten??

Sie haben Bill Murrays Text, der im Original lautet

„Mother puss bucket!“

übersetzt mit

„Mutter, da brennt die Muschi!“

Ähem. „Mutter, da brennt die Muschi“. Ok. Wau.

Kurze Frage: Was haben die sich DABEI gedacht? Bei diesem Satz krümmt sich in mir alles zusammen. Bis zu genau dieser Stelle ist Ghostbusters (1984) ein Super-Film, mit dem man  mit der ganzen Familie Spaß haben kann. Aber dann sagt Bill Murray: „Mutter, da brennt die Muschi!“.

*lufthol*
KREISCH, KREISCH, DOPPELKREISCH!

Ich habe den Film damals im Wohnzimmer meiner Eltern zusammen mit meinen Eltern zum ersten Mal im TV gesehen. Wir fanden den Film alle toll und superspannend. Raten Sie, was passierte, als Bill Murray diesen Satz sagte. „Mutter, da brennt die Muschi!“ . Daddy hustete verlegen, Mam stand auf, um in der Küche noch was zu erledigen. Die Stimmung war tot. Ich ging auf mein Zimmer. Die Marke Ghostbusters war für uns erledigt.

Nun, man kann darüber streiten, was Bill Murray meinte mit „Mother puss bucket“. Wörtlich übersetzt bedeuten diese drei Worte: „Mutter Eiter Eimer“. Das ergibt zugegebenermaßen nicht sonderlich viel Sinn. Ich möchte mich hier an keinen konkreten Interpretationsspekulationen beteiligen, weil ich auch nicht weiß, wie man das übersetzen hätte können, ohne Bill Murray zu fragen, was er damit meinte.

Ich bin mir aber relativ sicher, dass Bill Murray nicht sagen wollte „Mother, there burns the pussy“!

Bringen Sie Obst oder Gemüse mit? – Zwei Wochen!

Lassen Sie mich die Überschrift erklären, und Sie gleichzeitig an eine coole Szene in einem zwar nicht sonderlich anspruchsvollen, aber spaßmachenden Äktschen-Muvie von 1990 erinnern, mit einer klassischen Szene daraus:

 

 

Was der Blogbetreiber eigentlich sagen will, ist, das er jetzt Urlaub macht. Wie lange?

Zwei Wochen!

Bringt er Obst oder Gemüse mit?

Zwei Wochen!

Entschuldigung??

Zwei Wochen!

🙂

Nur, damit Sie wissen, wer den neuen Ghostbusters-Film verbrochen hat

Der Name des Regisseurs, dessen Film namens „Ghostbusters“ (Kinostart in Deutschland 4. August) derzeit die Gemüter erregt, lautet Paul Feig. Seine IMDB-Liste flößt mir nun alles andere als Respekt ein. Bisher hat er anscheinend keine filmischen Erfoge hervorgebracht, die es rechtfertigen würden, den zukünftigen Erfolg des Ghostbusters-Franchises in seine Hände zu legen.

Aber wir wollen ja optimistisch sein und auch dem Regisseur-Nachwuchs eine Chance geben. Auch wenn der „Nachwuchs“, wie in diesem Fall, 54 Jahre alt ist.

Wir lesen normalerweise keine Hollywood-Klatschblätter/-Klatsch-Webseiten, aber dieser Online-Artikel im Hollywood Reporter erklärt so manches. Dort verkündet, laut Titel, Paul Feig „Why men aren’t funny“. Dort gibt es auch ein Video von ihm, in welchem er in einem Clownskostüm herumläuft, und jedem Zuschauer beweist: Zumindest er selbst is not funny. Denkt aber, dass er es ist.

In dem Artikel selbst leistet Feig Deduktionsarbeit vom Feinsten, um seine These zu belegen, warum Männer schon rein von der Evolution her völlig unfähig sein müssen, lustig zu sein. Und nein, das denke ich mir nicht aus: Das steht im Gastartikel von Paul Feig, dem Regisseur des neuen Ghostbusters-Film.

Er schreibt dort: „Oh, sure, there are men who truly make us laugh. None come to mind at the moment, …“. Ihm fällt, während er den Artikel schreibt, kein einziger lustiger männlicher Filmdarsteller ein. Wir sind nicht sicher, ob er das generalisierend meint. „Wenn man mal drüber nachdenkt, fällt einem nicht sofort irgendein lustiger Mann ein“, oder ob er meint „MIR fällt grad kein einziger lustiger Mann ein“. Wie auch immer: Paul Feig lebt eindeutig nicht in der gleichen Welt wie wir.

Paul Feig liefert auch eine absolut logische Erklärung dafür, warum Männer schon von der Evolution her nicht lustig sein KÖNNEN: Sie müssen jagen gehen, und haben deshalb keine Zeit, sich Witze auszudenken. Nein, liebe Besuchsperson, das denke ich mir nicht gerade aus. Das steht in dem verlinkten Artikel. Das ist der geistige Zustand von Paul Feig. Dem Regisseur von Ghostbusters 2016.

Nebenbei sei Feigs Argument benannt, warum überhaupt nur Frauen Humor haben können: Höhlenfrauen mussten nicht jagen, sondern nur den ganzen Tag in der Höhle auf die Kinder aufpassen und das Jagdresultat der Männer kochen. Ist ja logisch, dass sie dann aus lauter Langeweile den Humor überhaupt erfunden haben.

Und nochmal: Das ist die auf deutsch übersetzte Zusammenfassung des Gastbeitrags von Paul Feig für hollywoodreporter.com. Dem Regisseur von Ghostbusters 2016.

Die Top-10 der besten Musikvideos der 80er (warning! clickbait!)

Ach, scheiß auf die Top-10. Es gibt nur ein Video, das es verdient hat, in diesen Top-10 zu sein. Alle anderen 80er-Jahre Musik-Videos sollten sich schämen angesichts dieses Videos und verdienen es auch nicht nur annähernd, sich in den selben Top-10 aufzuhalten. Nicht mal in den Top-100. Meine Top-10 der 80er-Jahre-Videos bestehen nur aus diesem Video, so gut ist das.

Dabei mag ich die Band nicht mal. Der Song ist irgendwie schon okay. Aber ich kugel mich jedesmal am Boden, wenn ich das Video sehe. Egal, wie oft. Seit mittlerweile Jahrzehnten. Es ist praktisch un-topp-bar. Daher unerreichbar auf Platz 1 aller bisher erzeugten Musikvideos auf der ganzen Welt:

 

 

Prometheus – die Abrechnung mit einem Film, Runde 1

Werte Besuchsperson, hatte ich Ihnen schon mal von RedLetterMedia erzählt? Das sind so Youtube-Spaßmacher, ähnlich wie der Angry Video Game Nerd oder der Nostalgia Critic. Regelrecht berühmt wurde RedLetterMedia für ihre Video-Kritik an Star Wars – Die Dunkle Bedrohung, die hat sich selbst die Hollywood-Prominenz gegenseitig begeistert getwittert. Und ihre Videos sind nicht nur unheimlich lustig, sondern auch informativ, weil die Jungs von Filmemachen Ahnung haben.

Ihr Review von Star Wars – The Phantom Menace ist ca. 70 Minuten lang. Nun werden Sie sich womöglich fragen: Wie kann man sich über einen dämlichen Weltraumfilm über eine Stunde lang aufregen? Ich selbst kann dieses lächerlich wirkende Extrem-Nerdtum sehr gut nachvollziehen. Sich über so eine anscheinend unwichtige Sache auszulassen ist das Resultat einer tiefen, persönlichen Enttäuschung.

Enttäuschung darüber, was hätte sein können – ja, sein MÜSSEN. Die Star-Wars-Prequels hätten großartige Filme sein MÜSSEN. Aber George Lucas wollte ja alles selber machen, und hat hauptsächlich Dinge selber gemacht, von denen er keine Ahnung hatte (gute Regisseure sind nicht automatisch gute Autoren). Jedenfalls verstehe ich die Frustration, die aus den Videos von RedLetterMedia spricht, sehr gut. Was Star Wars angeht.

Meine persönliche Film-Nemesis

Ich persönlich knabbere an einer noch viel größeren Enttäuschung. Ich rede natürlich von Prometheus, dem Science-Fiction-Film von 2011. Ich hatte mich schon über dieses katastrophale Machwerk geäußert, und ich will mich hier nicht wiederholen. Lesen Sie hier, warum ich Prometheus als eine gigantische Enttäuschung empfand, und bis heute immer noch empfinde.

Nun will ich mir hier die Methode der RedLetterMedia-Enttäuschungsbewältigung mal als Vorbild nehmen und Prometheus Schritt für Schritt zerlegen. Denn auch Prometheus hätte mindestens ein guter, wenn nicht sogar legendärer Film sein MÜSSEN, insbesondere angesichts der Talente, die an der Produktion dieses Filmes beteiligt waren, vom Regisseur Ridley Scott bis hin zu Darstellern wie Idris Elba, Charlize Theron und Michael Fassbender. Von der Genialität des Ausgangsmaterials („Alien„) und dessen Potenzial gar nicht erst zu reden.

Der Mann mit Glatze am Wasserfall

Ich habe Prometheus zweimal gesehen: Im Kino und später im TV. Ich kam enttäuscht und verärgert aus dem Kino, aber um eine negative Kritik an einem Film argumentativ begründen zu können, muss man ihn sich nochmal unter analytischen Aspekten angucken. So geschehen bei der Free-TV-Premiere.

Der Film beginnt mit einem Flug über eine Art Paradies-Landschaft, mit Bergen, Wäldern und Flüssen. Weit und breit kein Zeichen von Zivilisation. Rein visuell ist Prometheus übrigens phänomenal. Was das Gesamtergebnis umso trauriger macht. Als würde man eine Kackwurst mit schimmerndem Gold überziehen. Bitte entschuldigen Sie diese drastische, unästhetische Ausdrucksweise, aber sie spiegelt meinen emotionalen Zustand bezüglich dieses Films wider.

Weiter geht’s im Film mit einem großen, muskulösen Mann mit Glatze, weißer Haut und schwarzen Augen, der am oberen Rand eines Wasserfalls steht. Wie uns später erklärt wird, gehört der unheimliche Mann zur außerirdischen Rasse namens „die Konstrukteure“. So nennen die menschlichen Charaktere des Film diese Rasse jedenfalls später.

Der „Konstrukteur“ am Wasserfall trinkt eine schwarze Flüssigkeit, die so eine Art super-ätzende Säure zu sein scheint. Sie zerfrisst ihn offenbar von innen her; seine Haut platzt auf, ihm fallen unter Todesqualen Arme und Beine aus, und er stürzt den Wasserfall hinab. Ein schöner Tod. Im Wasser sehen wir dann DNS-Stränge herumschwimmen und sich offenbar neu formieren. Ende der Szene.

Viele Fragen mit „W“

Wir drücken hier mal die Pause-Taste und stellen ein paar Fragen. ZB. „Wo?“ Wo befinden wir uns? Auf der Erde? Woanders? Der Film sagt uns das nicht. Es sei hier angemerkt: Wenn ich als Zuschauer nicht weiß, wer wann wo warum und wofür was macht – dann hat die betreffende Szene keine Existenzberechtigung. Oder anders formuliert: Wenn ich keinen Schimmer hab, was grad abgeht im Film, ist er langweilig und doof.

Nehmen wir mal an, die Szene spielt auf unserem Planeten. Dann stellt sich die Frage: Wann? Später im Film erfahren wir, dass die Protagonisten glauben, dass die „Konstrukteure“ den Menschen erschaffen hätten. Haben wir also gerade diesen „Schöpfungsakt“ gesehen? Wann ungefähr passiert das? Haben die Konstrukteure nur den Menschen erschaffen oder alles Leben auf der Erde?

Die ersten Spuren von Leben, die wir bisher kennen, sind ca. 3 Milliarden Jahre alt und stammen aus dem Präkambrium. Damals sah die Erde völlig anders aus als heute, oder als im Film gezeigt. Nix paradiesische Landschaften, nur Fels, Vulkane und Aschewolken. Eine ungemütliche Urzeitlandschaft.

Also spielt besagte Szene wohl eher nicht im Präkambrium. Was wiederum bedeutet, die Konstrukteure haben nur den Menschen erschaffen, nicht alles Leben. Die ältesten bekannten Überreste der Gattung Homo sind so ca. 200.000 Jahre alt. Das passt auch besser zur gezeigten Landschaft. Daher gehen wir mal davon aus, dass wir soeben „nur“ die Schöpfung des Menschen gesehen haben.

Die haben ja merkwürdige Methoden

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber diese Szene entspricht nicht ganz meiner Vorstellung davon, wie eine außerirdische, technisch weit fortgeschrittene Rasse einen fremden Planeten bevölkert. Man sollte meinen, eine Zivilisation, die Raumschiffe bauen kann, hätten dazu bequemere Methoden als überdramatische, grausame Ritualselbstmorde.

Aber das ist ne Geschmacksfrage. Wenn die effekthaschenden Drehbuchautoren sich diesen Vorgang so vorstellen wollen, bitteschön. Sollen sie. Aber völlig außerhalb von Geschmacksfragen steht ihre Vorstellung von Genetik, und das, was wir darüber in der Schule gelernt haben. Die gehen in Prometheus mit Genetik um, wie sie in den 1950er Jahren mit Radioaktivität umgegangen sind: Mit diesem Wissenschaftszweig ist einfach absolut alles möglich, was einem einfällt. Solange es zum Drehbuch passt.

Später im Film heißt es, dass die Gene der Konstrukteure zu 100% mit dem menschlichen Erbgut übereinstimmen. „DNA MATCH“ verkündet der DNS-Analyse-Computer, schriftlich und deutlich lesbar. Und das englische Wort „match“ bedeutet in diesem Zusammenhang nicht „Tennis-Match“, sondern „Übereinstimmung“. Was die Filmcharaktere übrigens als Beweis ihrer Theorie betrachten, dass diese Außerirdischen die Menschen erschaffen haben. Was Quatsch ist. Genauso plausibel ist die Theorie, dass Konstrukteure und Menschen gemeinsame Vorfahren bzw. „Erzeuger“ haben.

Das alles wirft eine ganz lange Reihe von Problemen auf. Hier eine Auswahl:

1. Wenn das Erbgut von Spezies A zu 100% mit dem von Spezies B übereinstimmt („match“), dann handelt es sich um DIESELBE SPEZIES! *kreisch*

2. Die Konstrukteure sind ganz EINDEUTIG NICHT dieselbe Spezies wie Menschen. Sie sind ca. 2,5 Meter groß, komplett haarlos, haben eine weiße Haut und schwarze Augen. Das sind alles Eigenschaften, die durch die Gene bestimmt werden. Wie können da ihre Gene zu 100% menschlich sein?

3. Die Konstrukteure haben also vor ca. 200.000 Jahren einen ihrer … Ritualselbstmörder auf der Erde abgeladen, damit der seine DNS ins Wasser schmeißt. Was soll dann die Szene, in der sich seine DNS neu formiert? Ich dachte, seine Gene wären mit Menschen-Genen IDENTISCH?! Wohin formiert sich also die DNS neu??

4. Da treibt also die DNS dieses Typen durchs Wasser. Ja, und jetzt? Macht’s nach ein paar Minuten PLOPP, und dann ist der Mensch fertig? Wie diese Dinosaurier-Schwämme, die größer werden, wenn man sie nass macht? Oder Pfanni-Kartoffelbrei-Pulver aus der Tüte? Ich hatte bisher ganz andere Vorstellungen davon, wie anhand von Erbgut-Kombination Kinder erzeugt werden. Aber was weiß ich denn schon.

5. Nehmen wir also an, irgendwie schafft es die außerirdische Wasser-DNS, ein Mensch zu werden. Wie sieht der dann aus? Wie ein Neanderthaler? Wie ein Homo sapiens sapiens? Oder wie ein Konstrukteur?

6. Was machen wir mit der uns bekannten Entwicklungsgeschichte des Menschen? Australopithecus, Homo erectus, Homo sapiens, Homo sapiens sapiens. Jetzt alle doof oder was?

7. Die Gene des Menschen sind also erst vor 200.000 Jahren (oder so um den Dreh oder was weiß ich) durch eine außerirdische Spezies auf die Erde gebracht worden. Müssten sich dann nicht die menschlichen Gene ganz elementar von denen anderer Erdenbewohner, wie zB. von Menschenaffen, unterscheiden, weil sie ja außerirdischen Ursprungs sind? Oder sind die Gene der Konstrukteure durch einen gigantischen kosmischen Zufall zu 98% identisch mit denen von Menschenaffen??

8. Die Konstrukteure wollen also, aus welchen Gründen auch immer, die Erde bevölkern, und zwar mit Wesen, die das gleiche Erbgut besitzen wie sie. Frage: Warum kolonisieren sie die Erde dann nicht einfach? Einfach landen, Häuser bauen, sich fortpflanzen etc. Aber nein. Stattdessen so ne Wasserfall-Albino-Selbstmord-Drama-Queen.

Jedenfalls: Es sind noch keine fünf Minuten im Film vergangen, da ist er auch schon Schrott, jedenfalls vom erzählerischen Standpunkt aus gesehen. Und das Schlimme ist: Es wird immer schlimmer!

Zwei Spinner in einer Höhle

So, die erste Szene, die wir nicht kapieren, weil sie keinen Sinn ergibt, liegt also hinter uns. Als nächstes sehen wir eine Frau (Noomi Rapace als Dr. Shaw) und einen Mann (Logan Marshall-Green als Dr. Holloway), beides Archäologen, in einer schottischen Höhle ganz aufgeregt eine Höhlenmenschen-Wandmalerei bewundern. Auf diesem Bild ist ein Strichmännchen zu sehen, das auf ein paar Punkte deutet. Da die beiden Doktoren der Archäologie das gleiche Bild schon vorher in anderen Höhlen gesehen haben, schließen sie haarscharf: Das ist ganz klar eine Einladung von Außerirdischen, die wollen, dass wir sie besuchen! Ende der Szene.

Und damit ergibt auch die zweite Szene keinerlei Sinn. Die beiden Szenen, die wir bisher gesehen haben, könnte man problemlos rausschneiden – der Film würde sich dadurch kein bisschen verändern. Dass die Konstrukteure die Schöpfer der Menschen sind, das wird uns später im Film noch zur Genüge erzählt. Auch die Wandmalereien werden uns später noch ausführlich erklärt. Warum erwähne ich das? Weil stattdessen WEIT WICHTIGERE Szenen herausgeschnitten wurden, durch die der Film WESENTLICH besser und logischer gewesen wäre, ja sogar einigermaßen einen SINN ergeben hätte!!! *kreisch*

Hier kommt noch was, was aber eigentlich wieder mal eher ne Geschmacksfrage ist. Wenn mir ein Film eine Figur als Wissenschaflter, Experte, Doktor in wasauchimmer präsentiert, dann erwarte ich, dass die jeweils darstellende Person auch irgendwie meiner Vorstellung gemäß wie ein Wissenschaftler aussieht. Nein, sie muss nicht unbedingt aussehen wie Jerry Lewis als Der Verrückte Professor, aber googeln Sie mal Bilder von Logan Marshall-Green, dann verstehen Sie, was ich meine.

Endlich kapier‘ ich mal was!

Dann sehen wir ein Raumschiff (die „Prometheus“) durch den Weltraum fliegen. Raumschiff. Im Weltraum. Das versteh‘ ich. Juhu. Aber keine Sorge! Es geht direkt weiter mit dem …

Spanner-Roboter David

Die Prometheus befindet sich auf einem zwei Jahre dauernden Flug zu einem weit entfernten Planetensystem. Während des Fluges befindet sich die Crew im künstlichen Tiefschlaf. Damit es ihnen auf der Reise nicht langweilig wird? Nein. In der Regel werden die Körperfunktionen der Astronauten durch den Hyperschlaf extrem verlangsamt, damit sie während der jahrelangen Reise nicht altern. Das ist uralter Science-Fiction-Standard. Von dem die Drehbuchautoren offenbar noch nie gehört haben.

David (Michael Fassbender), der Bord-Roboter, setzt sich einen Helm auf, mit dem er in die Träume der sich noch im Tiefschlaf befindlichen Crewmitglieder schauen kann. In der folgenden Szene beobachtet er einen „Traum“ von Dr. Shaw.

Uuuuund – Pausetaste!

1. Ein Gerät, mit dem man die Träume einer schlafenden Person angucken kann? Welchen Zweck hätte ein solches Gerät? Ok, für Psychologen wäre das vielleicht ganz praktisch, um sich die Träume ihrer Patienten anzugucken. Aber wozu braucht man sowas an Bord eines intersolaren Raumschiffs?

2. Wer zur Hölle hat David, dem Roboter, erlaubt, dieses Gerät dazu zu benutzen, die intimsten Träume der Crewmitglieder auszuspionieren? Wurden diese Leute vor Reiseantritt darüber informiert, dass ein Roboter ihre Träume angucken wird? Ok, möglicherweise ist das Ausspionieren der Träume der Crew eine seiner geheimen Aufgaben. Aber „möglicherweise“ zählt hier nicht. Der Film sollte uns das schon selber sagen. Tut er aber nicht.

3. David beobachtet angeblich einen „Traum“ von Dr. Shaw. Was er aber eigentlich sieht, ist kein Traum, sondern eine Erinnerung. Können die Drehbuchautoren nicht zwischen den Begriffen „Traum“ und „Erinnerung“ unterscheiden? Klar, Träume können natürlich auch Erinnerungen enthalten. Aber in Träumen werden nicht einfach nur Erinnerungen abgespult wie bei einer Videoaufzeichnung.

4. Dr. Shaws Träume/Erinnerungen sehen so aus, als würde Ridley Scott in ihnen Regie führen. Beneidenswert. Ich muss in meinen Träumen immer selber Regie führen, und ich kann das nicht sonderlich gut.

5. Träumt man wirklich im künstlichen Science-Fiction-Tiefschlaf? Ich dachte immer, auch die Gehirnfunktionen würden dadurch auf ein Minimum reduziert und verlangsamt. Sonst würde das Gehirn ja normal altern. Und der ganze Zweck eines solchen Hyperschlafes ist ja überhaupt, dass die Person während des Schlafes nicht altert. Und wovon zur Hölle träumt man die ganze Zeit während eines zweijährigen Schlafs?

6. Wozu dient diese Szene? Damit wir was über Dr. Shaws Charakter erfahren? Dafür hätte es sicher bessere Erzählmethoden gegeben. Und weniger verwirrende. Vielleicht sollen wir David ein wenig unheimlich finden. Ok, das klappt ganz gut. Aber mal ehrlich: Ein menschenähnlicher Roboter mit möglicherweise finsteren Motiven in einem Science-Fiction-Film ist ja nun auch nicht gerade das Allerneueste und als erzählerisches Mittel zu Spannungserzeugung vielleicht ein wenig … überholt? Meine Fresse, selbst Aliens (Aliens – Die Rückkehr) von vor 30 Jahren kriegt die Unheimliche-Roboter-Story besser hin! —> Messerszene

An dieser Stelle werde ich zu zukünftigen Teilen meiner Serie Prometheus – die Abrechnung mit einem Film verlinken. Ich empfehle, inzwischen andere, bessere Filme anzugucken.

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